Fun Spam: Trittbrettfahrer mit RedTube Abmahnungen

Ich habe eben eine Nachricht, weiter unten im Volltext zu sehen, im Posteingang eines meiner Mail-Postfaecher entdeckt, bei der ich schon etwas schmunzeln musste. Die Nachricht behauptet, es handele sich um ein Vergehen wegen RedTube. Davon gab es in den letzten Tagen ja schon sehr viel in den Medien zu lesen, allerdings laesst mich die ganze Sache kalt, weil ich RedTube nicht nutze(nein, wirklich nicht. Gibt ja noch genug andere ;) )

Das erste was einem dann an der Mail auffallen sollte: Warum bekomme ich das per Mail? Wenn die meinen Provider abgefragt haben, haetten die meine echte Adresse.

Dann liesst man etwas weiter und stellt fest "Oh, das Datum liegt in der Zukunft".

Weil wir ja grad 5 Minuten haben und das immer besser wird: Checken wir doch mal die IP. Die sieht definitiv nicht so aus wie aus dem IP-Block, in dem ich sonst immer bin. Eine kurze Recherche ergibt: Die gehoert einem DSL-Anbieter aus den USA. Man ziehlt also auf den Otto-Normal-DAU ab, der soetwas nicht pruefen wuerde sondern einfach nur sieht "Oh, das sieht nach irgendwas mit Computern aus".

Dann hat die Mail noch einen Anhang. Eine Zip-Datei. Schnell bei virustotal hochgeladen und siehe da: Das Ergebnis des Viren-Scans zeigt wirklich boese Malware. TR/Matsnu.A.113 sagt es. Eine kurze Google-Suche zeigt, dass es sich um Malware mit Verschluesselungskapazitaeten handelt.

Also doch nicht nur schlechte Panikmache, da versucht jemand, Geld mit der Angst und Unwissenheit von DAUs zu verdienen.

Update: Habe gerade noch gesehen, dass die Kanzlei, von der die Mail angeblich kommt, auf Ihrer Startseite vor diesen Mails warnt. Ich persoenlich hoffe, dass das ganze dann auch mal so spektakulaer in den Medien aufgerissen wird. Ich meine.. Angepisste Anwaelte, da hol ich mir doch schon mal Popcorn.

Sehr geehrte/r mkzero,

Grund unserer Beauftragung ist eine von Ihrem Internetanschluss aus begangene Urheberrechtsverletzung an dem Werk Miriams Adventures. Unserer Mandant The Archive AG steht das ausschließliche Recht zu, dieses Werk zu vervielfältigen (§§ 16, 94 f. UrhG). Dieses Recht haben Sie durch das Downloaden des betreffenden Werkes über Ihren Internetanschluss verletzt.

Folgende Nutzerdaten konnten seitens beauftragter Ermittlungsfirma feststellen und beweissicher dokumentieren:

Datum/Uhrzeit: 23.12.2013 24:43:22

IP-Adresse: 68.142.14.231 mkzero

Produktname: Miriams Adventures

Benutzerkennung: 7773839369

Stream-Anbieter: Redtube

Unsere Mandantin hat daher vor dem Landgericht Köln Ihren Internet-Service-Provider gemäß § 101 Abs. 9 UrhG auf Auskunft in Anspruch genommen. Das Landgericht hat für diesen Vorfall sowohl die Rechtsinhaberschaft als auch die ordnungsgemäße Erfassung der Rechtsverletzung und Funktionsweise der Ermittlungssoftware bejaht. In dem Beschluss mit dem Aktenzeichen 962 5 328/29 wurde Ihrem Internetserviceprovider die Herausgabe Ihrer Daten gestattet.

Namens und in Vollmacht unserer Mandantin fordern wir Sie hiermit auf, die gegebenenfalls noch vorhandene illegale Kopie sofort von Ihrem Computer zu entfernen. Weiter fordern wir Sie auf zur Ausräumung der Wiederholungsgefahr eine Unterlassungserklärung gegenüber unseren Mandant abzugeben, für deren Eingang in unserer Kanzlei eine Frist bis spätestens 14.12.2013 notiert wurde. Die Unterlassungserklärung muss hier im Original mit Unterschrift vorliegen. Ein entsprechender Formulierungsvorschlag mit einer Vertragsstrafenregelung nach dem gängigen Hamburger Brauch ist in der Anlage beigefügt. Sofern Sie beabsichtigten, diesen abzuändern (§ 97 a Abs. 2 Nr. 4 UrhG), weisen wir darauf hin, dass nur eine Unterlassungserklärung mit einer ausreichenden Vertragsstrafe die Wiederholungsgefahr beseitigt.

Gemäß § 97a Abs. 3 UrhG besteht weiterhin ein Erstattungsanspruch gegen Sie. Sie haben unserer Mandantin den durch die unerlaubte Verwertung entstandenen Schaden zu ersetzen, den wir hier mit 92,43 Euro beziffern. Weiterhin haben Sie die Kosten der Ermittlungsfirma zur Feststellung der Rechtsverletzung, die Gerichtskosten des Verfahrens vor dem Landgericht Köln und die anteiligen Aufwendungen, die Ihrem Provider gemäß § 101 Abs. 2 UrhG zu erstatten waren zu ersetzen. Hierfür sind 90,00 Euro anzusetzen. Die erstattungspflichtigen Kosten unserer Inanspruchnahme bemessen sich nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) und werden wie folgt beziffert:

Gegenstandswert: 3849,00 Euro

Geschäftsgebühr §§ 13, 14, Nr. 2030 VV RVG: 340,72 Euro

Pauschale für Post und Telekommunikation: 30,64 Euro

Schadensersatz: 92,43 Euro

Aufwendung für Ermittlung der Rechtsverletzung pauschal: 90,00 Euro

Die gespeicherten Daten sowie die Bankdaten und unsere Kontaktdaten finden Sie in der angehängten Datei.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwälte Urmann und Collegen






Proudly powered by Microsoft IIS, Visual Basic .NET and DHTML. NOT.
Copyright © MKzero 2013
License Info